Projekte der Lokalen Koordinierungsstelle | Demokratie leben! Würzburg Springe zum Inhalt

Projekte der Lokalen Koordinierungsstelle

Demokratie leben! Würzburg: Projekt zur Motivation von Erstwähler*innen

Mit über 75 % Wahlbeteiligung sind es seit Jahrzehnten die Bürger*innen im Alter von 50 bis 70 Jahren, die in Deutschland über das Ergebnis der Bundeswahlen maßgeblich entscheiden. Die 18- bis 25-Jährigen sind dagegen echte Wahlmuffel: Im Durchschnitt nutzen nur 60 bis 64 % von ihnen ihr Wahlrecht …

Diese Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit bergen eine große Gefahr für die Demokratie: Denn Nichtwähler*innen spielen nicht zuletzt den immer weiter erstarkenden Rechtspopulisten in die Hände!

Um Würzburger Erstwähler*innen dazu zu motivieren, bei der Bundestagswahl am 24. September von ihrer Möglichkeit zur Partizipation und Mitbestimmung Gebrauch zu machen, hat die Lokale Koordinierungsstelle im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Würzburg zusammen mit der Don-Bosco-Schule ein besonderes Projekt gestartet: In sieben Klassen wurden in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Unterfranken sog. Betzavta-Trainings zur interaktiven Demokratieerziehung durchgeführt. Im Anschluss an die Workshops haben die Schüler*innen Plakate gestaltet, mit denen sie um die Beteiligung an der Wahl werben. Diese werden im Vorfeld zur Wahl im öffentlichen Raum der Stadt Würzburg zu sehen sein.

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Zum Ablauf des Projektes:

Im ersten Teil des Projektes führten Jarka Simmering von der Jugendbildungsstätte Unterfranken und Jenifer Gabel von Demokratie leben Würzburg die Betzavta-Trainings in sieben Klassen durch. Betzavta (dt.: Miteinander) ist ein 1988 in Israel entwickeltes Programm, das mit erlebnisorientierten Methoden und praktischen Übungen demokratische Wege der Entscheidungsfindung konkret erlebbar macht. „Das fantastische an Betzavta ist, dass es völlig unabhängig von Bildungshintergründen und Qualifikationen funktioniert: Jede und jeder kann mitmachen, es gibt kein falsch oder richtig, alles trägt zur Erkenntnis und Bewusstwerdung von demokratischen Prozessen in unserer Gesellschaft bei“, weiß Jarka Simmering.

Mit jeder Gruppe, die aus zehn bis 17 Jugendlichen bestand, wurden zwei Schulstunden lang spezielle Spiele gespielt und deren Verlauf danach gemeinsam reflektiert. „Zum Beispiel verteilte Jarka gelbe Zettel und erklärte anschließend: Wer nach 20 Minuten die meisten besitzt, darf eine Regel aufstellen, die für alle im Raum bis zum Ende des Workshops gilt. Der Clou: Nicht alle haben einen Zettel bekommen“, berichtet Jenifer Gabel. Die Dynamiken, die dann entstanden, wurden in der Nachbetrachtung gemeinsam analysiert: Wer wendete welche Mittel an, um an die Zettel zu kommen? Warum haben einige ihren Zettel einfach weitergegeben – meist sogar ohne Bedingungen zu stellen? Was haben diejenigen gemacht, die keinen Zettel bekommen hatten? „Hier geht es um die Themen Mehrheit, Minderheit, Macht und Ohnmacht, aber auch um Stimmrecht, Benachteiligung, Vertrauen und vieles mehr. Alles Aspekte unseres demokratischen Miteinanders“, fügt Jenifer Gabel an.

„Mich haben viele meiner Schülerinnen und Schüler echt beeindruckt: Sie haben nicht nur gezeigt, dass es ihnen wichtig ist, mitzubestimmen, sondern auch, dass ihnen Gerechtigkeit, also die Einbeziehung anderer, am Herzen liegt“, resümiert Berufsschullehrer Michael Baden. Wie viel die Jugendlichen aus den Trainings mitgenommen haben, zeigen auch die ersten Ergebnisse ihrer kreativen Arbeit: Viele von ihnen haben bereits eigene „Wahlplakate“ gestaltet, die nicht für Parteien, sondern für die Wahlbeteiligung selbst werben. Die Ergebnisse werden in Kürze hier und im Rahmen einer Ausstellung zu sehen sein.

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Der Gestaltungswettbewerb:

17 „Wahl-Wahlwerbungsplakate“ haben die Schüler*innen der Don-Bosco-Berufsschule im Nachgang zu den BETZAVTA-Trainings gestaltet. Unser Jugendforum hat unter allen Einsendungen ihre TOP 5 gewählt: Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner*innen Andrea, Conni, Andreas, Gino, Niklas, Daniel, Richard, Manuel, Marcel, Patrick und Silas!

 

1. Platz

 

2. Platz

 

3. Platz

 

4. Platz

 

5. Platz

 

 

Alle Werke werden vom 19. bis 24. September 2017 im Jugendzentrum Bechtolsheimer Hof in Würzburg ausgestellt.

 

    

Demokratie leben! Würzburg: Fachtag zum Thema Kultursensibilität in der Suchtprävention mit Kindern und Jugendlichen

„Integration ist Prävention“ – so lautete ein Ergebnis aus den insgesamt sechs Workshops, in denen am Montag, 24. Oktober 2016, rund 90 psychologische und pädagogische Fachkräfte aus ganz Unterfranken praktische Strategien zum Thema Kultursensibilität und Suchtprävention für Kinder und Jugendliche kennenlernten und entwickelten.

Die Workshops bildeten den praktischen Teil des 3. Würzburger Fachtags Suchtprävention, der erneut im Tagungshaus Himmelspforten stattfand. Für die Veranstalter des Fachtags – die Suchtpräventionsfachstelle der Stadt Würzburg in Trägerschaft des Diakonischen Werks Würzburg e.V. und das Sozialreferat der Stadt Würzburg – markiert dieser Tag einen weiteren wichtigen Ausgangspunkt für aufbauende Projekte und Fortbildungen, die den individuellen Bedürfnissen der Zielgruppen und Einrichtungen gerecht werden. 

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesprojekt „Demokratie leben!“ gefördert.

> Hier können Sie sich den Nachbericht herunterladen: pm_nachbericht_3-fachtagwuerzburg_sucht-kultur

Im Bild: Die Referenten Manfred Gesch und Ramazan Salman, Christine Blum-Köhler (Sozialreferat der Stadt Würzburg), Franziska Becker (Suchtpräventionsfachstelle), Referentin Ruken Bulut, Stefanie Greß (Suchtpräventionsfachstelle), die Referentinnen Eva-Maria Barklind-Schwander und Nida Yapar, Moderator Eberhard Schellenberger und Referent Naoufel Hafsa (v.l.n.r.).

 

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Demokratie leben! Würzburg: Interaktive Ausstellung „Was glaubst du denn?!“

„Was glaubst du denn?!“ – Dieser Frage stellten sich 65 Gruppen und Schulklassen (insgesamt 1.485 Einzelpersonen) im Rahmen der interaktiven Ausstellung der Bundeszentrale für Politische Bildung, die auf Initiative von „Demokratie leben! Würzburg“ vom 1. bis 27. Juli 2016 im Felix-Fechenbach-Haus in Würzburg zu sehen war. Die 2. Demokratiekonferenz Würzburg bildete den Rahmen zur Eröffnung der Ausstellung.

Inhaltlich beschäftigte sich die Ausstellung mit dem Leben junger Muslimas und Muslimen in Deutschland, deren Religion nur eine Facette von vielen in ihrem Alltagsleben in Deutschland darstellt. Dabei wurde jede/r BesucherIn dafür sensibilisiert, dass nicht die Religion eines Menschen, sondern die Individualität eines Jeden von größerer Bedeutung ist.

Anders als in anderen Städten, wurden in Würzburg neben Schulen gezielt Ausbildungsklassen, Vereine, Studenten und viele weitere Interessengruppen zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Mit Erfolg: Über die Hälfte der 65 Buchungen stammten aus dem nicht schulischen Bereich, zudem nahmen auch Gruppen mit Jugendlichen aus dem Flüchtlingsbereich an den Führungen teil.

Begleitet wurden die TeilnehmerInnen von zehn SchülerInnen und StudentInnen aus Würzburg im Alter von 15 bis 27 Jahren, die im Vorfeld im Rahmen eines viertägigen Workshops auf ihre Rolle als „Peerguides“ von zwei Trainern der Bundeszentrale vorbereitet wurden. Bei der Führung durch die Ausstellung lag der Schwerpunkt nicht auf der reinen Wissensvermittlung der Grundlagen des Muslimischen Glaubens: Mithilfe verschiedener Methoden, regten die Peerguides zu Gesprächen und individuellen Auseinandersetzungen mit dem Thema an. Den Abschluss einer jeden Begleitung bildete ein detailliertes Feedback-Gespräch mit allen TeilnehmerInnen.

 

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