Vortrag:„Antiziganismus 2020 – Rassismus gegen Sinti und Roma als gesamtgesellschaftliches Problem“ von Silas Kropf

Datum/Zeit
Date(s) - 17.11.2020
18:00 - 19:30

Veranstaltungsort
digitale Plattform Zoom

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Vortrag:„Antiziganismus 2020 – Rassismus gegen Sinti und Roma als gesamtgesellschaftliches Problem“ von Silas Kropf

Sinti*zze und Rom*nja sind seit über 600 Jahren Teil der deutschen Gesellschaft und erfahren seitdem anhaltend Ausgrenzung und Diskriminierung. Den traurigen Höhepunkt bildete der nationalsozialistische Völkermord an der Minderheit, welchem ca. 500.000 Menschen zum Opfer fielen. Aber auch heute noch ist die deutsche Gesellschaft von einem tief verwurzelten Antiziganismus geprägt. Insbesondere auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie in den Bereichen der Gesundheitsversorgung und der Bildung sind die Auswirkungen deutlich sichtbar. Gleichzeitig werden Sinti*zze und Rom*nja immer wieder zur Zielscheibe rechten Terrors, wie zuletzt beim Anschlag von Hanau. Es wird immer deutlicher, dass Maßnahmen zur isolierten Förderung von Minderheiten nicht zu einer Verbesserung der Situation beitragen können. Vielmehr muss es darum gehen, Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja als gesamtgesellschaftliches Problem zu betrachten und Strategien zu entwickeln, welche die Lebenssituation von Sinti*zze und Rom*nja nachhaltig verbessern. Neben einem kurzen Einstieg zur Geschichte der Minderheit verdeutlicht Silas Kropf in seinem Vortrag den vorherrschenden Antiziganismus anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag der Minderheit und zeigt politische Strategien auf, um diese hinsichtlich ihrer Wirksamkeit einzuordnen.

 

 

Silas Kropf ist deutscher Sinto aus Hanau. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit in der Personal- und Organisationsberatung agiert er als freiberuflicher Referent für Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement mit einem Schwerpunkt auf Antiziganismus. 2019 wurde er in die Unabhängige Kommission Antiziganismus im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat berufen. Als Sozialarbeiter unterstützte er Roma-Familien in vielfältigen sozialen Fragestellungen. Von 2014-2016 und von 2017-2019 war er stellvertretender Vorsitzender von Amaro Drom e.V., der größten interkulturellen Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma in Deutschland. In diesem Kontext engagierte er sich in unterschiedlichen Kontexten auf nationaler und europäischer Ebene. Er setzt sich insbesondere für den interkulturellen Dialog unter Berücksichtigung intersektionaler Sichtweisen ein.

 

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